Meine Geschichte für Dich

„Meine Geschichte für dich“ ist ein innovatives Lehrprojekt der Universität Bonn, das medizinische Ausbildung mit menschlicher Erfahrung verbindet.

Sein Name ist Programm: Im Mittelpunkt stehen junge Patient:innen der Kinderklinik und ihre Familien, die ihre persönlichen Geschichten teilen. Sie berichten, wie sich das Leben mit einer chronischen Erkrankung gestaltet, welche Herausforderungen sie bewältigen und welche besonderen Momente sie erleben.

Diese authentischen Erzählungen fangen Medizinstudierende in sensibel vorbereiteten Interviews mit der Videokamera ein. Aus den Begegnungen entstehen einfühlsame Kurzfilme, die am Semesterende vor großem Publikum präsentiert und die Hauptdarsteller*innen mit einem Oscar gewürdigt werden.

 

 

Gute Medizin braucht nicht nur Fachwissen, sondern auch Menschlichkeit

Für viele Studierende ist dies der erste intensive Kontakt mit Patient:innen und deren Familien – eine Erfahrung, die nachhaltig prägt. Sie lernen, die richtigen Fragen zu stellen, eigene Denkmuster zu hinterfragen und mögliche Barrieren abzubauen. So werden sie darauf vorbereitet, später ganzheitlich und patientenzentriert zu handeln – insbesondere im sensiblen Umgang mit jungen Patient:innen.

„In einer Zeit, in der medizinischer Fortschritt oft mit Technologie und Daten gleichgesetzt wird, setzt dieses Projekt ein bewusstes Zeichen dafür, das Medizin nicht nur Wissen, sondern auch Menschlichkeit braucht. Wenn Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kommen, beginnt für sie und ihre Familien eine Reise voller medizinischer Herausforderungen. Das Projekt zeigt, wie moderne Medizin und Menschlichkeit gemeinsam wirken können, um kleinen Herzpatient:innen nicht nur das Leben zu retten, sondern sie auch mit Empathie und Würde zu begleiten.“ so Dr. Anthea Peters, Projektinitiatorin.

Nach erfolgreicher Pilotphase ist das Projekt nun als Wahlfach fester Bestandteil des Medizinstudiums an der Universität Bonn und wird für drei Jahre von der kinderherzen Stiftung Bonn sowie der Marga und Walter Boll-Stiftung gefördert. Perspektivisch sollen die entstandenen Filme stärker in die Lehre integriert, eine eigene Projektwebseite aufgebaut und ein bundesweites Netzwerk etabliert werden, um das Projekt über die eigenen Fakultätsgrenzen hinaus bekannter zu machen.

 

 

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