Im Kinder- und Jugendsport kommt es immer wieder zu herzmedizinischen Notfällen. Ursache sind häufig unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder angeborene Herzfehler, die insbesondere unter körperlicher Belastung zu schwerwiegenden oder sogar lebensbedrohlichen Ereignissen führen können.
Mit dem Präventionsprojekt „kinderherzen – Sicher im Sport“ setzt das Kinderherzzentrum des Universitätsklinikums Bonn gemeinsam mit der kinderherzen Stiftung Bonn ein Zeichen für mehr Sicherheit im Nachwuchssport. Ziel ist die frühzeitige Erkennung gesundheitlicher Risiken bei jungen Sportlerinnen und Sportlern – bevor Beschwerden oder Notfälle auftreten.
Sport fördert Gesundheit, Selbstbewusstsein und soziale Entwicklung
Während für einige Kinder und Jugendliche im organisierten Nachwuchsleistungssport eine sportmedizinischen Untersuchungen verpflichtend ist, gibt es für viele Gleichaltrige, die regelmäßig und ambitioniert Vereinssport betreiben, bislang keine strukturierte Vorsorge. Es fehlen flächendeckende Screening-Angebote, einheitliche Leitlinien und eine gesicherte Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Hier setzt „kinderherzen – Sicher im Sport“ an.
PD Dr. med. Nicole Müller, Sektionsleitung Sportmedizin und Oberärztin im Kinderherzzentrum Universitätsklinikums Bonn, untersucht im Rahmen eines Pilotprojekts zunächst 300 Kinder und Jugendliche sportmedizinisch. Dabei soll geprüft werden, ob ein einfach anzuwendendes mobiles 6-Kanal-EKG gleichwertige Ergebnisse wie umfassendere Untersuchungsverfahren liefern kann. Dies könnte künftig eine flächendeckende und kosteneffiziente Vorsorge für den Nachwuchssport ermöglichen.
Projektziele:
- Frühzeitige Erkennung von bisher unerkannten angeborenen Herzfehlern sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Vermeidung schwerwiegender gesundheitlicher Ereignisse im Sport
- Wissenschaftliche Evaluierung eines vereinfachten Screeningverfahrens
- Entwicklung eines skalierbaren Vorsorgemodells für den Breitensport
- Sensibilisierung von Eltern, Vereinen und Institutionen für die Bedeutung sportmedizinischer Prävention
Das Projekt richtet sich an:
- Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren
- Aktive Sportlerinnen und Sportler in Bonner Vereinen
- Trainingsumfang von mindestens drei Trainingseinheiten pro Woche
- Keine Zugehörigkeit zu einem geförderten Nachwuchs- oder Leistungskader
Was beinhaltet die Untersuchung?
Die sportmedizinische Basisuntersuchung erfolgt durch erfahrene Fachkräfte der Sportambulanz des Kinderherzzentrums Bonn und umfasst:
- Ausführliche Anamnese einschließlich familiärer Risikofaktoren
- Körperliche Untersuchung
- Blutdruckmessung an allen vier Extremitäten
- 12-Kanal-Ruhe-EKG
- Vergleichsuntersuchung mit mobilem 6-Kanal-EKG (KardiaMobile® 6L)
- Belastungs-EKG
- Echokardiografie (bei Erstuntersuchung oder bei medizinischer Indikation)
Die erhobenen Daten werden wissenschaftlich ausgewertet, um die Aussagekraft der verschiedenen Screeningmethoden zu vergleichen und ein zukunftsfähiges Vorsorgekonzept zu entwickeln. Mit „kinderherzen – Sicher im Sport“ schaffen wir die Grundlage für eine bessere sportmedizinische Versorgung im Kinder- und Jugendsport.
Der Nutzen auf einen Blick
- Frühzeitige Diagnose bisher unerkannter Herzerkrankungen
- Verbesserte Präventionsstrukturen für Kinder und Jugendliche
- Höhere Sicherheit im Vereins- und Nachwuchssport
- Stärkung des Gesundheitsbewusstseins bei Familien und Vereinen
- Langfristige Entlastung des Gesundheitssystems durch Vorsorge statt Notfallversorgung
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Das Projekt wird durchgeführt von der Sektion Sportmedizin des Kinderherzzentrums am Universitätsklinikum Bonn in Kooperation mit der kinderherzen Stiftung Bonn. Unser gemeinsames Ziel: Kindern und Jugendlichen die Sicherheit zu geben, ihren Sport mit Freude und einem gesunden Herzen auszuüben – gemeinsam für gesunde Kinderherzen.

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